Der Container ist im Hafen angekommen, die Zollabfertigung ist erledigt — jetzt muss er zum Empfänger. Wie er dort ankommt und entladen wird, entscheidet über Kosten, Zeitplan und den Aufwand vor Ort. Denn ein Container ist kein Paket: Er wiegt leer mehrere Tonnen und lässt sich nur mit dem passenden Gerät bewegen.
Dieser Ratgeber stellt die vier gängigen Arten der Containerzustellung vor und zeigt, welche zu welchem Gelände und welcher Ladung passt.
Das ist der Standardfall im Import: Der LKW fährt an die Rampe, die Containertüren werden geöffnet, die Ware wird per Stapler oder Hubwagen entladen. Danach bringt der Fahrer den leeren Container zum Depot zurück.
Vorteile: kein zusätzliches Gerät, schnell, wenn eine Rampe vorhanden ist. Nachteile: Der Fahrer wartet. Die meisten Tarife enthalten eine begrenzte Entladezeit, danach wird Wartezeit berechnet. Bei loser Ware — Kartons ohne Paletten, die von Hand gestapelt wurden — kann das Entladen eines 40-Fuß-Containers mehrere Stunden dauern.
Keine Rampe? Die Ladefläche eines Chassis liegt etwa 1,2–1,4 m hoch. Ohne Rampe brauchen Sie einen Stapler mit ausreichender Hubhöhe und Gabellänge oder eine mobile Überladebrücke. Klären Sie das vorab — sonst steht der LKW vor Ort und kann nicht entladen werden.
Wenn die Entladung länger dauert oder zeitlich nicht planbar ist, wird das Chassis mit dem Container auf Ihrem Gelände abgestellt. Die Zugmaschine fährt weiter und holt das leere Chassis später ab. Das spart Wartezeit, setzt aber voraus, dass ein freier, befestigter Stellplatz für einen Auflieger von rund 13–14 m vorhanden ist. Für das Chassis selbst fällt in der Regel eine Tagesmiete an.

Ein Seitenlader (Sidelifter) ist ein Auflieger mit zwei hydraulischen Kränen an der Längsseite. Er hebt den Container von der eigenen Ladefläche und setzt ihn neben dem Fahrzeug ab — ohne fremdes Gerät. Viele Seitenlader können Container auch auf ein anderes Fahrzeug umsetzen oder übereinander stapeln.
Ideal für: Lagercontainer auf Baustellen, Container, die über Tage oder Wochen in Ruhe entladen werden, Empfänger ohne Rampe. Voraussetzungen: eine ebene, tragfähige Fläche direkt neben dem Fahrzeug, auf der sowohl der Container als auch die Stützen des Seitenladers Platz finden, und ausreichend Höhe ohne Oberleitungen oder Äste.
Der Container steht danach ebenerdig — Ware kann mit einem normalen Hubwagen oder Stapler über eine Auffahrrampe entnommen werden.
Ein LKW mit Ladekran kann einen Container auch über ein Hindernis heben — über einen Zaun, eine Mauer oder in einen Hinterhof. Die Tragfähigkeit sinkt allerdings mit der Ausladung: Ein Kran, der direkt neben dem Fahrzeug viele Tonnen hebt, schafft in zehn Metern Entfernung nur einen Bruchteil davon.
Kran-LKW eignen sich deshalb vor allem für 10- und 20-Fuß-Container sowie für Bürocontainer und Raummodule. Für schwere 40-Fuß-Container oder große Reichweiten wird ein Autokran eingesetzt.

| Variante | Container danach | Platzbedarf | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Live Unload auf Chassis | auf dem LKW, wird wieder mitgenommen | Rampe oder Stapler | palettierte Ware, schnelle Entladung |
| Drop & Pick | auf abgestelltem Chassis | Stellplatz für Auflieger | längere Entladung, flexible Zeiten |
| Seitenlader | am Boden | ebene Fläche neben dem Fahrzeug | Lagercontainer, Baustellen, keine Rampe |
| Kran-LKW | am Boden, auch über Hindernisse | Stützfläche, Schwenkbereich | 10/20 Fuß, Raummodule, enge Grundstücke |
Bei Seecontainern gehört der Container in der Regel der Reederei. Sie gewährt eine bestimmte Anzahl freier Tage — danach fallen Gebühren an:
Wer einen Container per Seitenlader für längere Zeit absetzen lässt, sollte deshalb vorab die Detention-Regeln der Reederei prüfen — oder den Inhalt in einen eigenen Lagercontainer umladen lassen. Wichtig ist auch das Rückgabedepot: Es liegt nicht immer im selben Hafen wie die Abholung und beeinflusst die Leerfahrt.
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